Musicalausbildung, aber wo? // Der Weg zum gläsernen Schuh

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Du willst eine Musicalausbildung machen oder ein Musicalstudium absolvieren, das steht fest. Nun musst du dich nur noch dazu entscheiden, wo! Ja, du hast richtig gehört: DU musst dich entscheiden, wo!

Naja, zumindest musst du dich entscheiden, an welchen (Hoch)schulen du dich bewirbst, denn jede Aufnahmeprüfung ist zwar eine Chance, aber auch ein hoher Aufwand. Dazu kommt noch, dass jede Schule eigene Anforderungen an ihre Bewerber stellt.

Schritt Eins ist daher: Mach dich schlau!

Finde heraus, welche Schulen es gibt, wann und wo die Aufnahmeprüfungen stattfinden und was bei der Aufnahmeprüfung verlangt wird. Ganz wichtig ist hierbei, dass du die Bewerbungsfristen kennst. Denn wer seine Unterlagen zu spät abschickt, wird nicht mehr berücksichtigt. (Oft muss man auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung eines HNO-Arztes und/oder eines Orthopäden mit einreichen, darum muss man sich auch frühzeitig kümmern.)

Finde heraus, ob es (besonders an den privaten Schulen) die Möglichkeit eines Stipendiums gibt. Nicht ganz unwichtig ist auch der Mietspiegel in den verschiedenen Städten. München und Hamburg sind mit Sicherheit im Schnitt teurer als Essen.
coins-currency-investment-insurance-128867Eine hohe Miete in Kombination mit einer hohen Ausbildungsgebühr kann nicht ganz ohne sein. Finde außerdem heraus, ob die Schule den Schülern die Möglichkeit gibt, einem Nebenjob nachzugehen.

Finde heraus, ob es Schnuppertage an der Schule gibt. Vielleicht gibt auch einer der Lehrer einen Workshop bei dir in der Nähe. Nutze doch einfach die Chance schon einmal mit ihm zu arbeiten. Manche Schulen bieten auch konkrete Workshops oder Probewochen für Interessenten an, während derer die Interessenten sowohl an Kursen teilnehmen als auch bei den Auszubildenden zusehen können.

Um all dies zu erfahren, musst du einfach nur fragen. Die organisatorischen Fragen beantwortet meist schon die Website der Schule, für den Rest kannst du einfach im Sekretariat anrufen oder eine Email schreiben. Keine Sorge, die beißen schon nicht. Sie freuen sich doch auch, wenn sich Schüler aus einem bestimmten Grund für ihre Schule interessieren. Die Information für Interessenten ist auch für die Schulen ein Teil der Ausbildungsvorbereitung. Vielleicht kannst du sogar mit einem derzeitigen oder ehemaligen Schüler in Kontakt treten, um weitere Informationen aus einer anderen Perspektive zu erhalten.

Schritt Zwei: Finde heraus, was du willst!

Willst du zum Beispiel einen Schwerpunkt in Schauspiel, Gesang oder Tanz wählen oder suchst du eine Schule, die alles nach Möglichkeit gleichwertig behandelt und verbindet? Welches Verhältnis von Gruppen- zu Einzelunterricht ist dir wichtig? Dabei solltest du bedenken, dass du im Rahmen der Ausbildung nicht nur deine Stärken noch weiter stärken, sondern auch deine Schwächen ausgleichen solltest.

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Wieviel kannst du für die Aufnahmeprüfung vorbereiten? Bist du zum Beispiel imstande, selbst zu choreographieren beziehungsweise gleich zwei stilistisch unterschiedliche Choreographien darzubieten oder bist du froh, wenn du „nur“ eine Tanzkombination lernen musst? Wieviele unterschiedliche Stimmfarben beziehungsweise Stilrichtungen kannst du schon bedienen? Dies ist zum Beispiel wichtig an Schulen, die drei oder mehr stilistisch unterschiedliche Gesangsstücke verlangen.

Wieviel Zeit hast du noch bis zur Aufnahmeprüfung? Ist es sinnvoller, sich nur an Schulen zu bewerben, die zwei Lieder und einen Monolog fordern und sich in der verbleibenden Zeit intensiv damit zu beschäftigen oder bleibt dir Zeit für mehr?

Bist du bereit dazu, für eine Ausbildung weit weg von zuhause zu gehen (vielleicht sogar ins Ausland), wo du deine Familie kaum noch sehen wirst?

Ist dir wichtig, dass viele der Schüler Engagements bei der Stage Entertainment oder bei den Vereinigten Bühnen Wien bekommen haben oder suchst du eine Schule, die Absolventen möglichst breitgefächert unterbringen konnte?

Wieviel Geld kannst beziehungsweise willst du in deine Musicalausbildung investieren? hands-way-guide-touristWieviel finanzielle Unterstützung benötigst du um die Kosten stämmen zu können? Bist du bereit, für die Ausbildung einen Kredit aufzunehmen? Wieviele Aufnahmeprüfungen kannst du zahlen? Bedenke dabei nicht nur eine eventuelle Prüfungsgebühr, sondern auch die Anreise und eine Unterkunft, wenn du von weiter weg kommst. Für diese Entscheidungen solltest du wahrscheinlich auch deine Eltern zu Rate ziehen.

Schritt Drei: Entscheide dich!

Entscheide dich, sammel deine Unterlagen zusammen, schicke deine Bewerbungen ab und bereite deine Songs und Monologe vor! Jetzt wird es ernst. 🙂

Das klingt alles nach einem Riesenaufwand? Ist es auch! Aber glaub mir, es lohnt sich. Denn die richtige Schule für dich ist wie Aschenputtels gläserner Schuh: Sie passt zu dir! Du möchtest doch deine Ausbildung nicht an einer Schule machen, an der du das Gefühl hast, dir die Ferse abhacken zu müssen, oder? Versteh mich nicht falsch, die Ausbildung wird dir körperlich und emotional einiges abverlangen, egal für welche Schule du dich entscheidest, aber du willst doch auch nicht an eine Schule gehen, an der du dich nicht wohlfühlst, oder? Wenn dich eine Schule aufnimmt, sollte diese Entscheidung auf Gegenseitigkeit beruhen!

In diesem Sinne, leg los! 🙂

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