Manche Leute brauchen Druck und manche zerbrechen daran

popcorn-movie-party-entertainmentAm Samstag war ich im Kino um mir “Die Prüfung” von Till Harms anzusehen. In „Die Prüfung“ geht es um den Aufnahmeprozess an der Hochschule in Hannover. Als Schauspielerin und Bloggerin interessierte mich der Film besonders deshalb, weil er den Prozess aus Sicht der Jury und nicht aus Sicht der Teilnehmer zeigt.

Was ich nicht wusste war, dass auch ein Vorfilm gezeigt wurde. Dieser Vorfilm war „Über Druck“ von Sebastian Binder und Sebastian Fred Schirmer. Er dauerte keine dreizehn Minuten, brachte mich aber wirklich zum Nachdenken. Wer auch immer diese zwei Filme für das Festival kombiniert hat, Respekt, denn in Aufnahmeprüfungen geht es auch um sehr viel Druck bei allen Beteiligten.

“Über Druck” bestand hauptsächlich aus Interviews mit “Alltagsmenschen” und jeder von ihnen schilderte, was er mit dem Thema Druck verbindet. Es gab lustige Momente, zum Beispiel als die Dame an der Bar Druck mit dem Toilettengang assoziierte. Aber ein Zitat geht mir nicht mehr aus dem Kopf: „Es gibt Leute, die Druck brauchen und es gibt Leute, die zerbrechen.“

POSITIVER UND NEGATIVER DRUCK

Aber was sagt uns dieses Zitat? Naja, im Showbiz gibt es sehr viel Druck. Es beginnt alles mit dem Druck bei Aufnahmeprüfungen und zieht sich durch die ganze Karriere. Man will engagiert werden, wird mit anderen verglichen und sucht Aufmerksamkeit. Und mal ganz ehrlich, manche Menschen halten diesem Druck nicht lange stand.

Es gibt aber auch den Druck, auf der Bühne etwas abzuliefern. Und dieser Druck (auch wenn das Wort Druck negativ behaftet ist) ist doch der Grund warum wir diesen Beruf wählen, oder nicht? Denn dieser sogenannte Druck auf der Bühne führt doch zu nicht vergleichbaren Darbietungen! Man kann also zwischen negativem und positivem Druck unterscheiden!

Aber wie können wir uns diesen positiven Druck zugänglich machen ohne unterwegs am negativen Druck zu zerbrechen? Gute Frage! Denn ganz ehrlich glaube ich, dass Schauspieler Druck brauchen, denn sonst würden sie keinen Job wählen, in dem sie sich dauerhaft emotional entblößen müssen.

DREI SCHRITTE UM DRUCK ZUM POSITIVEN ZU WENDEN

Versuche herauszufinden, wo der negative Druck herkommt, sobald du ihn verspürst! Hast du Angst, dass dich keine Schule aufnehmen wird? Warum hast du diese Angst? Suche eine Lösung für die Ursache deines Problems, anstatt am Problem selbst zu verzweifeln.

Suche Situationen, in denen du positiven Druck music-932097_1920verspürst. Wie? Versuche ein paar Rollen oder Auftritte zu ergattern bevor die Hauptsaison für Aufnahmeprüfungen beginnt, arbeite mit neuen Lehrern um neuen Input zu sammeln, du kannst auch in einer Karaokebar singen, wenn du willst. Wenn du dann dieses positive Gefühl verspürst, versuche herauszufinden wie es zustande kam und was es mit dir macht!

Kreiere positiven Druck in Negativdruckmomenten! Bitte was? Naja, immer wenn du negativen Druck verspürst, solltest du versuchen, einen Moment positiven Drucks wiederherzustellen. Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr abstrakt, daher kommt nun ein Beispiel!

DRUCK BEI AUFNAHMEPRÜFUNGEN

Ich gebe zu, bei Aufnahmeprüfungen kommt man oft in Situationen negativen Drucks. Aber was würde passieren, wenn du Vorsingen wie einen Auftritt behandeln würdest? Shows sind doch voller positiver Gefühle, oder nicht? Also gehe in diesen Raum und behandele die Situation wie eine One-Person-Show von drei bis fünfzehn Minuten. Du wirst überrascht sein, wie sehr dies deine Darbietung und dein Nervenkostüm beeinflussen wird. Und wenn du wirklich mal darüber nachdenkst, ist dies auch nur ein Vorsingen von vielen, deshalb lohnt sich das Experiment! 🙂

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