Die drei häufigsten Fehler bei Aufnahmeprüfungen // Gastblog von Sara Glancy, Audition Rep Matchmaker

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SPOILER ALERT: Es ist KEIN Mangel an Vorbereitung!

Wenn du diesen Blog liest, gehe ich mal davon aus, dass Vorbereitung eine Glanzleistung von dir ist! Seit Wochen tust du wahrscheinlich nichts Anderes, als dich auf deine Aufnahmeprüfungen zu konzentrieren.

Glaub mir, ich verstehe das.

Ich bin Audition Coach in New York und habe den Aufnahmeprozess vor ein paar Jahren selbst durchgemacht. Ich habe also diese Stresssituation schon von allen Seiten miterlebt.

Meine Geschichte beginnt mit einer Aneinanderreihung von Nachforschungen, Kaffee und allgemeiner Angespanntheit und Angst, und endete mit der Aufnahme an der NYU Tisch School for the Arts.

Ich hoffe für euch, dass wir einen Teil der Angst überspringen und direkt zu diesem heißersehnten Brief kommen können. Also lasst uns, ohne weitere Umschweife, zu den drei häufigsten Fehlern bei Aufnahmeprüfungen kommen:

1. Der versuch, innerhalb von 16 Takten alles zu zeigen

Seien wir mal realistisch! Bei den meisten Auditions darfst du nicht mehr als 32 Takte pro Lied zeigen um den (Hoch)schulen zu zeigen, was du kannst. Und du kannst SO VIEL! Wenn du aber versuchst, alles zu zeigen, zeigst du am Ende gar nichts.  16 Takte, die Kopfstimme, Belting, eine Heulattacke und eine Slapstick-Einlage enthalten, lassen dich nicht aussehen wie einen triple-threat. Du siehst so einfach nur verrückt aus.

Konzentriere dich darauf, mit jedem Song eine Geschichte zu erzählen. Es ist zwar großartig, verschiedene Stimmfarben zeigen zu können, aber die Geschichte sollte niemals unter der Technik leiden.

2. sich selbst älter machen als man ist

Vielleicht weinst du jedes Mal, wenn du Kelli O’Hara “To Build A Home” singen hörst, aber das bedeutet nicht, dass es ein passender Auditionsong für dich ist. Es kann verlockend sein, solch ein Stück auszusuchen um emotionale Tiefe zu zeigen, aber im Vorsingraum wird es dir keinen Vorteil bringen. Einer 17-jährigen dabei zuzusehen,  wie sie ein Stück über das Leben als Mutter und Stagnation singt, lässt uns automatisch weniger teilhaben. Selbst wenn du es wunderschön darbietest, ist es schwer für uns, unsere Zweifel abzulegen und uns auf diese Reise mit dir einzulassen.

Habe keine Angst davor, jung zu sein! Du kannst deine Schauspielkünste auch mit altersgerechtem Material zeigen!

3. Das Streben nach Perfektion

Hier schließt sich der Kreis zur Vorbereitung. Vorbereitung ist unverzichtbar, aber lass sie beim Vorsingen vor der Tür! Sobald du den Raum betrittst, ist es wichtig, dass du dir selbst erlaubst, präsent zu sein. Wenn dir das Komitee Fragen stellt, höre wirklich zu und sei bereit zu antworten. Denke über Antworten auf potenzielle Fragen nach, aber lerne sie nicht auswendig. Probe deine Songs, aber choreographiere nicht die Momente. Lass Raum für deine Impulse. Vorbereitet ist gut, geschliffen kann gut sein, aber Plastik will keiner sehen.

Denk dran: (Hoch)schulen suchen nach Potenzial, nicht nach Perfektion. Wenn du morgen schon für dein Broadwaydebüt bereit wärst, würdest du dich nicht dort vorstellen.

Zeige Ihnen, dass du Talent hast und dass man mit dir arbeiten kann.

Sei jung!

Sei ungeschliffen!

Sei vorbereitet!

Sei du selbst!

Hals- und Beinbruch!


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Sara Glancy, auch bekannt als “Audition Rep Matchmaker” führt Darsteller mit dem Auditionrepertoire zusammen, das ihnen zu Jobs verhilft! Sie ist wie eine Yente für das digitale Zeitalter, denn sie hilft Darstellern dabei, die Songs und Monologe ihrer Träume zu finden. Saras besondere Superkraft ist es, die Lücken im Repertoire der Darsteller zu finden. Sie bringt ihre Kunden dann mit Material zusammen, das typgerecht, einzigartig und – am allerwichtigsten – geschichtenorientiert ist. Um mehr über ihre Abenteuer im matchmaking zu erfahren, besuche saraglancy.com oder lies Saras Blog. Gerne kannst du ihr auch auf Twitter folgen unter @AuditionRep!


Die englische Originalfassung des Gastblogs findet ihr hier. Deutsche Übersetzung von Svenja Isabel Baumann

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